Sixtinische Madonna (Raffael)

Raphael [Public domain]

Die Sixtinische Madonna (ca. 1518) von Raphael Sanzio (1483-1520), Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, Deutschland

Die Gesamtkomposition des Werkes zeigt eine pyramidenförmige Symmetrie, die sich an das uralte Gesetz der „sectio aurea“ (Goldener Schnitt) hält.

Die Jungfrau steht inmitten eines ätherischen Hintergrundes, bestehend aus unzähligen Cherubköpfen, auf Wolken. Die grünen Vorhänge an den Seiten lassen sie wie eine wundersame Erscheinung am Himmel erscheinen. Sie schaut mit ihren großen ernsten Augen direkt zum Betrachter. Ihr Blick drückt gleichermaßen Anmut, Unschuld und eine gewisse Melancholie aus.

Das Kind Jesus ähnelt ruht in einer einfachen und kindlichen Haltung in ihren Armen. Sein Gesicht hat eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit ihr. Es sind die gleichen nachdenklichen Augen, die auch hier auf den Betrachter gerichtet sind.

Auf der linken Seite kniet der heilige Sixtus (gezeichnet mit dem Bildnis von Papst Julius II.) in einer weißen Tunika und einem goldfarbenen Mantel (Pallium). Er schaut zur Madonna und Kind und betet, sein Gesicht wirkt etwas entrückt. Er zeigt mit der rechten Hand in die Richtung des Betrachters.

Rechts von der Jungfrau Maria ist die heilige Barbara, kniend und die Hände über der Brust gefaltet. Ihr sanfter Blick ist nach unten gerichtet. Unten an der Balustrade lehnen zwei Putten. Diese beiden Engel schauen unschuldig, aber auch gelangweilt nach oben.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde viel darüber diskutiert, warum sowohl die Jungfrau als auch das Kind so viel Besorgnis zeigen. Weist St. Sixtus mit seiner Hand auf den Grund? Ist die Kreuzigung gemeint? Oder verbirgt sich hier ein anderes Geheimnis? Einige Kunsthistoriker, insbesondere diejenigen des 19. Jahrhunderts, glauben, dass dieses Werk das letzte Gemälde war, das Raffael selbst vollendete. Kein anderes seiner Gemälde wurde so bewundert und als göttlich bezeichnet.

Artikel in der Zeit
„Sixtinische Madonna – Ich seh ihr Bild. Sie war’s.https://www.zeit.de/2011/52/Sixtinische-Madonna

eigene Bildbearbeitung

Aufteilung des Gemäldes nach dem Goldenen Schnitt (weiße Linien) und Einzeichnung des gleichschenkligen Dreiecks (rote Linie). Es lässt sich so die geometrische Gestaltung genau nachvollziehen.

Eine gute Einführung zu Proportion und goldener Schnitt findet sich bei „Lernhelfer“

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