Genesis

  • DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS) (1.Mose 1,1-2)
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1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 

Hieronymus Bosch [Public domain], via Wikimedia Commons

2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. 

Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons

3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht. 
4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 
5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. 

Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons


6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. 
7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also. 
8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. 

Escher – Genesis 1-9


9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, daß man das Trockene sehe. Und es geschah also. 
10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war. 
11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also. 
12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 
13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. 

Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons


14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre 
15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. 
16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. 
17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde 
18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war. 
19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag. 

Tintoretto

20 Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels. 
21 Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, daß da lebt und webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 
22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden. 
23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. 

Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons
Jan Brueghel der Jüngere [Public domain], via Wikimedia Commons


24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. 
25 Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 
26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 
27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. 
28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 
29 Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, 
30 und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, daß sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also. 
31 Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.

Hildegard von Bingen [Public domain], via Wikimedia Commons

[Kap. 2:] 1. So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.

  1. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
  2. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
  3. So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.

Der Kosmos – Hildegard von Bingen

Meister des Hildegardis-Codex [Public domain]

„Danach sah ich ein riesenhaftes Gebilde, und schattenhaft. Wie ein Ei spitzte es sich oben zu, wurde in der Mitte breiter und nach unten zu
wieder schmäler.

Seine äußerste Schicht ringsum war lichtes Feuer.

Darunter lagerte eine finstere Haut. In dem lichten Feuer schwebte ein rötlich funkelnder Feuerball, so groß, dass das ganze Gebilde von ihm sein Licht empfing.

Drei Leuchten brannten der Reihe nach über ihm. Sie gaben ihm Halt durch ihre Glut, damit er nicht versinke.

Zuweilen hob sich der Feuerball empor, und viel Feuer sprühte ihm entgegen, so dass seine Flammen weiter hinausloderten. Zuweilen neigte er sich nach unten. Doch kam ihm von daher viel Kälte entgegen, und rasch zog er seine Flammen wieder zurück.

Von der lichten Feuerzone, die rings das Gebilde umgab, ging ein Wind mit seinen Wirbeln aus.

Auch aus der finsteren Haut, die darunter lagerte, brach ein Wind und blies mit seinen Wirbeln da und dorthin durch das Gebilde. In dieser Haut glühte ein solch schauerlich düsteres Feuer, dass ich es nicht anzuschauen vermochte. Es wütete so stark, dass die ganze Haut davon erschüttert ward, denn es war voll von Getöse, Sturmgebrause und spitzigen Steinen, groß und klein.

Wenn es zu toben begann, dann gerieten auch das lichte Feuer, die Winde und die Luft in Aufruhr. Sie entsandten ihre Blitze, die dem Getöse zuvorkamen, denn das Feuer verspürte sogleich in sich die erste Regung des Getöses.

Unter der finsteren Haut flutete der reinste Äther. Er hatte keine Haut unter sich, doch erblickte ich in ihm eine sehr große, weiß glänzende Feuerkugel.

Deutlich sichtbar standen über ihr zwei Leuchten, die sie hielten, auf dass sie die ihr vorgezeichnete Bahn nicht überschreite.

Und eine Menge kleinerer Lichtkugeln waren durch den Äther verstreut. In sie entleerte sich zuweilen die Feuerkugel. Dabei verlor sie ihren hellen Schein.

Doch alsbald kehrte sie unter den früher erwähnten rot funkelnden Feuerball zurück und entzündete an ihm aufs neue ihre Flammen, um sie dann wieder unter die Kugeln auszustrahlen.

Auch von dem Äther brach ein Wind aus und durchjagte das ganze Gebilde.

Unterhalb des Äthers sah ich dunstige Luft und darunter eine weiße Haut. Der Dunst flutete hin und her und versorgte das ganze Gebilde mit Feuchtigkeit. Manchmal ballte er sich plötzlich zusammen. Dann entströmten ihm heftig rauschende Platzregen. Dann wieder dehnte er sich gelinde aus und träufelte wohltuendes, sanft herabfallendes Nass. Auch in ihm nahm ein Wind seinen Ursprung und wehte mit seinen Wirbeln überallhin durch das Gebilde.

Inmitten all dieser Elemente schwebte eine gewaltige Sandkugel, so von ihnen ringsum gehalten, dass sie nach jeder Seite vor dem Herabfallen gesichert war. Doch wenn zuweilen die Elemente und die Winde einander schüttelten, brachten sie durch ihre Wucht auch die Kugel ein wenig ins Schwanken.

Darauf sah ich zwischen Norden und Osten einen riesigen Berg. Seine Nordseite lag im Finstern, während die dem Osten zugekehrte Fläche in hellem Licht strahlte, so jedoch, dass weder das Licht der Finsternis, noch die Finsternis das Licht berühren konnte.“

von: http://anthroposophie.byu.edu/mystik/scivias.pdf

Painting and the Unconscious: Carl Gustav Carus 1

Teil 1 einer sehr schön gemachten Reihe über die Arbeit von Carl Gustav Carus – geteilt von dem wunderbaren Blog „The Eclectic Light Company“

The Eclectic Light Company

I hadn’t realised that Caspar David Friedrich had at least one pupil, and a rather unusual one at that: Carl Gustav Carus (1789–1869), who when he was learning to paint was already a professor of obstetrics in Dresden, Germany. This and the next article look at the remarkable polymath Carus and his paintings.

Carus was a Renaissance man: an eminent obstetrician and gynaecologist who ran obstetric services in the city of Dresden, a botanist and zoologist who influenced Darwin, a physiologist and pioneer psychologist who helped develop the concept of the unconscious, a friend and influence of Johann Wolfgang von Goethe, and, as we shall see, a highly accomplished painter of Romantic ‚Gothic‘ landscapes.

Carus first trained as a medical practitioner, but during those years also seems to have taken drawing classes. When he was appointed professor of obstetrics in Dresden in 1814, he started to concentrate on painting in…

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Vermeer’s Frauen

„Critics have often noted that the women in Vermeer’s paintings cannot be considered beauties in the conventional sense of the word. Their beauty, instead, derives from the way they are painted and from the harmonic context in which they inhabit. „The qualities that we attribute to Vermeer’s work as a whole apply equally to the women they picture: paintings and personages share dignity, equilibrium and an exceptional of both vivid presence and abstract purity. The figures range from girlish to maternal, yet all are youthful, with high curved foreheads, features that evenly balance the individual and the classical, and simple believable postures. Their costuming—its coloring, shapes and associations contributes so much to bodily construction and expression that the absence of nudes from Vermeer’s oeuvre hardly seems surprising.“ from: „Vermeer’s Women“ http://www.essentialvermeer.com/women…

Painting Goethe’s Faust: Introduction to a new series

Teil 1 einer sehr interessanten Serie über Goethe’s Geschichte von Faust und dessen Abbildung in Gemälden!

The Eclectic Light Company

Narrative painters in the nineteenth century seldom painted contemporary stories, taken from the great and popular authors of that century, such as Victor Hugo, Charles Dickens, or Émile Zola. The exception to this is Goethe’s Faust, which was first published in 1808. By the middle of the century, it had acquired the status of a classic, and depictions were deemed fit for even the most academic of narrative artists.

Faust as published by Goethe isn’t a novel or epic poem, but a play written in rhyming verse. It comes in two parts: the first, which is the more familiar, was published in final form in 1828-29, and tells the story of Faust, his pact with the devil, and Faust’s lover Margarete or Gretchen (a familiar form of the name).

Part two tells of a series of fantastic adventures of Faust in five acts, which are far less well-known and seldom…

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Das Mandala und die 3-dimensionale Wahrnehmung

Diese Tage habe ich eine sehr interessante Dokumentation auf Arte gesehen.

Sakrale Bauwerke – Asiens Tempel https://www.arte.tv/de/videos/048554-002-A/sakrale-bauwerke/ (Ich weiß nicht wie lange der Film in der Mediathek noch bereit steht.)

Hierbei geht es u.a. auch über Thangka’s oder Mandala’s und die Darstellung eines dreidimensionalen Raumes auf 2-dimensionaler Ebene

eigenes Foto

Es wird berichtet, dass in der Meditation vor dem Bild die Wahrnehmung der dreidimensionalen Form geübt wird. Dies führt (nach meiner Annahme) auf neuro-psychologischer Ebene zu einer Erweiterung der Wahrnehmung und der Förderung von Bewusstsein.

Es geht aber auch um das Memorieren der einzelnen Räume und Gänge. Vielleicht eine Übung zur Verinnerlichung des heiligen inneren Raumes. (Dies ist eine Annahme von mir, über Hinweise wäre ich dankbar.)

Eine hervorragende Seite über das Thema findet sich hier http://researchdtmack.com/mandalas.html